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Mit Metaphern führen und begleiten
Eine einzige Frage nach dem inneren Bild, kann Türen öffnen, die kein direkter Rat aufmachen kann.
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Aus dem Buch "Das große Buch der Metaphern"
Teil VI - Mit Metaphern Coachen
Konkrete Gesprächstechniken
Metaphorisches Coachen ist keine Methode im engeren Sinne — es ist eine Haltung. Eine Haltung des Hinhorchens: Welche Bilder benutzt mein Gegenüber? Welche Metaphern tragen sie mit sich — oft ohne es selbst zu wissen? Und wie kann ich diese Bilder nutzen, um neue Perspektiven zu öffnen?
Dieses Kapitel gibt Ihnen einen konkreten Werkzeugkasten an die Hand. Sie finden hier keine abstrakten Prinzipien, sondern Techniken, Fragekarten, Formulierungen und Dialogbeispiele, die Sie direkt in Ihre Coachingpraxis übernehmen können.
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Der erste Schritt:
Metaphern im Gespräch hören
Bevor Sie mit Metaphern arbeiten können, müssen Sie lernen, sie zu hören. Die meisten Menschen sprechen ständig in Bildern — sie merken es nur nicht. Und die meisten Coaches hören auf den Inhalt, aber nicht auf die Bilder dahinter.
Trainieren Sie sich, auf die folgenden Signalwörter zu achten:
Signalwörter für Metapher im Gespräch:
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Bewegung: stecken, feststehen, nicht vorankommen, kreisen, drehen
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Gewicht: tragen, last, Druck, schwer, erdrücken, Ballast
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Raum: enge, Tunnel, Mauern, kein Ausweg, Labyrinth gefangen
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Natur: Sturm, Fels, Sumpf, verwurzelt, treiben, wachsen, vertrocknen
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Kampf: kämpfen, streiten, Schlacht, Waffe, verteidigen, angreifen
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Licht/Dunkel: Finsternis, kein Licht, Nebel, klarer Blick, Horizont
Sobald ein Klient eine solche Metapher benutzt, haben Sie eine Wahl: Sie können darüber hinweggleiten — oder Sie können einhalten und das Bild erkunden.
Die zweite Wahl öffnet oft die tieferen Schichten des Gesprächs.
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Technik 1: Das Bild erkunden
Wenn ein Klient eine Metapher verwendet, laden Sie ihn ein, tiefer in das Bild hineinzugehen. Nicht analysieren — erkunden. Fragen Sie nach Details, nach Sinnesdaten, nach dem Erleben im Bild.
Beispiel: Ein Klient sagt: »Ich fühle mich wie in einem Hamsterrad.«
Coach: Sie sagen, Sie fühlen sich wie in einem Hamsterrad. Wenn Sie sich das vorstellen - wie ist dieses Rad? Groß oder klein.
Klient: Groß, sehr groß. Ich klein darin.
Coach: Und wie schnell dreht es sich gerade?
Klient: Sehr schnell. Viel zu schnell. Ich kann nicht mehr mithalten.
Coach: Was passiert, wenn Sie kurz stehenbleiben würden?
Klient: ..(Pause) Dann würde ich fallen. Oder.. nein, eigentlich würde das Rad weiterlaufen, ich wäre gar nicht mehr drin.
Coach: Was würde das bedeuten – nicht mehr im Rad zu sein?
Klient: Das wäre... das wäre vielleicht gar nicht so schlimm.
Beachten Sie: Der Coach hat keine Deutung angeboten. Er hat nur Fragen gestellt — und der Klient ist selbst zu einer neuen Erkenntnis gelangt: Das Rad läuft auch ohne ihn. Das ist eine mächtige Einsicht, die keine direkte Intervention hätte erzeugen können.
Fragekarten –Bild erkunden:
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»Wie sieht dieses Bild genau aus?«
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»Wie groß / wie nah / wie weit weg ist es?«
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»Was hören / fühlen / riechen Sie dort?«
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»Was passiert als nächstes in diesem Bild?«
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»Was ist noch im Bild, das Sie noch nicht beschrieben haben?«